Kiefergelenk

Kaustörungen und korrekter Biss.

Das Kiefergelenk nimmt als Dreh- und Gleitgelenk eine besondere Stellung im Körper ein.
Der Regelkreis: Zentrales Nervensystem - Nerven - Tastkörperchen im Zahnschmelz, steuert und kontrolliert das Zusammenspiel von Kaumuskeln und Kiefer. Wird dieses Zusammenspiel gestört, kommt es zu Erkrankungen des Kiefergelenkes, der Kaumuskulatur oder des Zahnbettes.

 

 

Die Ursachen liegen zum Teil im seelischen Bereich. Die Kauflächen sind eine Spielwiese für unsere Emotionen. In der deutschen Sprache gibt es Sätze, die
z.B. das Zusammenpressen der Zähne bei Stress beweisen:
"Kind beiß die Zähne fest zusammen, wenn der Wind ins Gesicht fegt." oder
"Daran hatte ich lange zu knabbern." oder "Das saß mir aber im Nacken."

Ist ein Höcker zu steil, eine Krone zu hoch, eben ein Frühkontakt, versucht das Kausystem dieses wegzupletten. Dabei werden Kaumuskeln und Zähne überbeansprucht, es gibt Facetten auf den Zähnen, die die verstärkte Abnutzung zeigen, die sich auch anfärben und eventuell entfernen lassen.

 

 

Diese offensichtlich direkten Ursachen dieser Erkrankung werden durch eine klinische und instrumentelle Funktionsanalyse aufgespürt. Dabei wird die Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer festgestellt und vermessen. Die Verhältnisse aus dem Mund werden ins Gipsmodell und Simulator übertragen.
Darauf wird eine Biß-Führungs u. Entspannungsplatte (Beißschiene) aus klarem Acrylkunststoff gefertigt, die 10 Tage lang möglichst viel im Mund getragen werden soll.

 

 

Die Entspannung der neuromuskulären Situation ist die Folge, der Zahnarzt kann den Unterkiefer gegen die Oberkieferzähne führen und Firstkontakte finden, entfernen, bis das System "unisono", also alle Zähne gleichzeitig aufkommen. Sonst kämen auf einen Frühkontakt 5 Tonnen pro Quadratmillimeter (!) an, die Druckkräfte werden auf alle Zähne gleichmäßig übertragen.
Das zweite Bein der Behandlung ist die Physiotherapie: manuelle Therapie für das Kiefergelenk.
Das dritte Bein der Behandlung sind Entspannungsübungen (Yoga, CD), die der Patient selbst angehen sollte. Die Funktionsanalyse bewährt sich bei neuem Zahnersatz (Kronen, Brücken, Prothesen), Zahnbetterkrankungen, Schmerzen der Kaumuskulatur und Umgebung (Kopfschmerzen, Nackenschnmerzen, Tinnitus), Gelenkgeräusche und Bewegungseinschränkungen.